Überfüllte Züge und Räumungen an starken Reisetagen - die apf informiert

Die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte erzielt eine Einigung im Schlichtungsverfahren

In letzter Zeit erreichten die apf vermehrt mediale Anfragen zu überfüllten Zügen und Reservierungen. In diesem Blog-Posting möchten wir uns nun näher zur Thematik äußern und bieten Empfehlungen für Reisende im Hinblick auf die kommenden Feiertage.

Überfüllte Züge als apf-Thema

Die Themen überfüllte Züge und Zwangsräumungen haben in diesem Jahr große mediale Aufmerksamkeit erfahren. Demgegenüber lässt sich seit Frühjahr 2022 zwar eine höhere Anzahl an Schlichtungsanträgen bei der Schlichtungsstelle der apf aufgrund von überfüllten Zügen verzeichnen, allerdings stellen diese, wie bisher, keinen substanziellen Anteil an der Gesamtzahl der Schlichtungsanträge dar. Die meisten Schlichtungsanträge bei der apf betreffen im Bahn-Bereich nach wie vor die Themen Strafen bzw. Erstattungen von Tickets.

Im Jahr 2022 sind mit Stichtag 17. November insgesamt 959 Schlichtungsanträge in Zusammenhang mit der Eisenbahn bei der apf eingegangen. In 765 Fällen davon wurden Verfahren eröffnet – wir befinden uns damit auf Rekord-Kurs seit Bestehen der apf. In weniger als 20 Verfahren spielte das Thema Überfüllung als Beschwerdegrund eine tragende Rolle. Diese Fälle repräsentieren knapp zwei Prozent des Gesamtaufkommens.

Bei der apf geht man davon aus, dass viele von einer Zugräumung Betroffenen entweder nicht von ihren Fahrgastrechten Gebrauch machen, oder dass sie sich bereits in einem ersten Schritt mit dem Verkehrsunternehmen einigen und daher keinen Schlichtungsantrag mehr stellen.

Tipps für Betroffene

Überfüllte Züge sind sowohl für die Reisenden als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der betroffenen Bahn-Unternehmen eine herausfordernde Situation. Reisenden empfehlen wir, sich an starken Reisetagen rechtzeitig um eine Reservierung zu kümmern – damit ist entweder die Mitnahme garantiert oder zumindest ein besserer Schutz bei Nichtmitnahme gewährleistet. Wer zeitlich flexibel ist, sollte auf weniger stark frequentierte Zugverbindungen und Zeiten ausweichen.

Die apf nimmt wahr, dass die Bahnunternehmen selbst das Thema „überfüllte Züge“ ebenfalls sehr ernst nehmen. Rund um erwartete starke Reisetage mit hohen Auslastungsspitzen ist man merklich bemüht, bereits im Vorfeld zu informieren und auf Reservierungen hinzuweisen.

Konkret können betroffene Bahnunternehmen aus Sicht der apf diverse Maßnahmen setzten, um die Problematik zu entschärfen:

  • Schnelle und zielgerichtete Information der Passagiere über die Auslastung der Züge
  • Eine für Passagiere klare und nachvollziehbare Vorgehensweise im Anlassfall
  • Kulanz gegenüber jenen Passagieren, die einen Zug verlassen mussten, um sie möglichst rasch an ihr Reiseziel zu bringen

 

Zusätzliche Waggons und Zugverbindungen sind eine weitere sinnvolle Maßnahme, wirken aufgrund der längeren Vorlaufzeit aber erst mittel- oder langfristig.

Zurück