Sicherheitshinweis: Vorsicht vor betrügerischen Airline-Hotlines
von Georg Loderbauer
Im Zuge ihrer Arbeit wurde die apf von Antragstellenden auf eine Betrugsmasche aufmerksam gemacht, bei der vermeintliche Airline-Hotlines ihre Opfer zu Zahlungen auffordern. Wir möchten Betroffene daher dringend vor diesem Hotline-Betrug warnen, bei dem sich die Betrüger als Mitarbeitende von Fluggesellschaften oder Buchungsplattformen ausgeben, um an sensible Daten und Geld zu gelangen. Besonders in stressigen Situationen – etwa bei Flugausfällen, Verspätungen oder Gepäckproblemen – sind Passagiere anfällig für diese Angriffe.
Passagiere sind in uns bekannten Fällen bei der Suche nach Ersatzflügen auf gefälschte Call-Center hereingefallen. Auch das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) warnt vor dieser Masche.
Wie funktioniert der Betrug?
- Gefälschte Suchergebnisse: Betrüger schalten bezahlte Anzeigen in Suchmaschinen oder erstellen täuschend echte Webseiten, die offizielle Airline-Seiten imitieren.
- Der direkte Kontakt: Im Gegensatz zu echten Hotlines, die oft eine Ansage und Warteschleife haben, werden Sie sofort mit einem „Berater" verbunden, wenn Sie bei einer dieser Betrugsnummern anrufen.
- Datenerfassung: Die Betrüger fragen nach Ihrer Buchungsnummer und persönlichen Daten. Damit können sie Ihre tatsächlichen Flugdaten einsehen und wirken dadurch glaubwürdig.
- Die Falle: Sie werden gebeten, Kreditkartendaten für eine angebliche Umbuchungsgebühr zu nennen oder sogar eine Fernwartungssoftware (z. B. AnyDesk, TeamViewer) zu installieren, um die Buchung „abzuschließen".
- Der Schaden: Sobald Sie die Daten preisgegeben haben, werden unrechtmäßige Abbuchungen getätigt, E-Mails mit Zahlungsaufforderungen geschickt oder Schadsoftware auf Ihrem Gerät installiert. Oft erhalten Sie danach eine gefälschte Buchungsbestätigung per E-Mail, aber kein echtes Ticket.
Die apf empfiehlt in diesem Zusammenhang:
- Nutzen Sie nur offizielle Kanäle: Notieren Sie sich die offizielle Telefonnummer Ihrer Airline aus Ihren Reiseunterlagen, gehen Sie direkt auf die Website der Airline oder wenden Sie sich an die Airline-Kontakt-Seite der apf.
- Suchmaschinen kritisch prüfen: Klicken Sie nicht blind auf die ersten Treffer bei Google. Gefälschte Seiten werden oft als „Anzeige" gekennzeichnet oder haben verdächtige Domain-Namen (z. B. lange Unterstriche, seltsame Endungen).
- Keine sensiblen Daten am Telefon: Geben Sie niemals Ihre Kreditkartennummer oder PIN am Telefon preis. Echte Kundenservice-Mitarbeiter erfragen diese Daten nicht auf diese Weise.
- Keine Software installieren: Installieren Sie niemals Programme zur Fernwartung auf Anweisung eines unbekannten Anrufers.
- Skepsis bei direktem Kontakt: Wenn Sie sofort mit einem Menschen sprechen, ohne eine Ansage oder Menüwahl, ist Vorsicht geboten.
Was tun, wenn Sie bereits kontaktiert wurden?
- Handeln Sie sofort: Wenn Sie den Verdacht haben, Opfer geworden zu sein, kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank, um eine Rückbuchung (Chargeback) zu veranlassen.
- Geräte prüfen: Deinstallieren Sie eventuell installierte Fernwartungssoftware und prüfen Sie Ihr Gerät auf Schadsoftware.
- Melden Sie den Vorfall: Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und melden Sie die betrügerische Seite bei Verbraucherschutzorganisationen (Sozialministerium, Arbeiterkammer, Verein für Konsumenteninformation)
- Kontaktieren Sie die echte Fluglinie: Klären Sie Ihr Anliegen ausschließlich über die offiziellen Kanäle der Fluggesellschaft.
Bleiben Sie wachsam, besonders in hektischen Situationen am Flughafen oder bei Flugproblemen. Wenn Sie ein ungutes Gefühl haben, legen Sie lieber auf und rufen Sie die Airline über eine bekannte, offizielle Nummer zurück.