Pünktlichkeit im Bahnverkehr in Österreich 2024
von Georg Loderbauer
Über Nah- und Fernverkehr hinweg lag die Pünktlichkeit im Netz der ÖBB-Infrastruktur im Jahr 2024 bei 93,5 Prozent und damit unter dem Wert aus dem Vorjahr (94,9 Prozent).
Wenn man ungeplante Schienenersatzverkehre sowie Zugausfälle mitrechnet, so sinkt dieser Wert auf 91,7 Prozent.
Als besonders kritisch in Bezug auf die Pünktlichkeit erwies sich der September 2024 nach einem Hochwasser und darauffolgenden Streckensperren bzw. Umleitungen der vielbefahrenen Westachse.
Der Nahverkehr prägt die Pünktlichkeitsstatistik deutlich stärker als der Fernverkehr. Täglich verkehren bis zu 5.900 Nahverkehrszüge, gegenüber rund 400 Fernverkehrszügen im Netz der ÖBB-Infrastruktur. Im Jahr 2024 erreichte der Nahverkehr in Österreich im Netz der ÖBB-Infra über alle Eisenbahnverkehrsunternehmen hinweg eine Pünktlichkeit von 94,3 Prozent auf Basis von
insgesamt 20,8 Millionen Ankünften.
Unter Berücksichtigung spontan ausgefallener Züge – etwa aufgrund technischer Defekte während einer Zugfahrt und ungeplanter Schienenersatzverkehre – sank der Wert auf 92,4 Prozent.
Die pünktlichsten Monate im Nahverkehr im Netz der ÖBB-Infra waren Jänner bis März sowie August mit jeweils mehr als 93,5 Prozent Pünktlichkeit.
Deutlich niedrigere Werte wurden im September verzeichnet:
Aufgrund von Hochwasserereignissen fiel die Pünktlichkeit im Nahverkehr in diesem Monat insgesamt auf 82,8 Prozent inklusive spontaner Zugausfälle. Alleine auf den September entfielen
128.000 von insgesamt 386.000 Zugausfällen des Jahres 2024. Dies stellt ca. 33 Prozent aller im Nahverkehr ausgefallenen Züge dar. Im Vergleich zu 2023 kam es zu einem
deutlichen Anstieg der Zugausfälle von 244.000 auf 386.000 (+ 58,2 Prozent).
Im Fernverkehr lag die Pünktlichkeit deutlich niedriger als im Nahverkehr, vor allem aufgrund der internationalen Vernetzung. Verspätete Grenzübergaben aus Deutschland,
Italien und Slowenien sowie umfangreiche Baumaßnahmen waren 2024 die Hauptursachen. Zusätzlich führte das Hochwasser im September zu erheblichen Einschränkungen auf der Westbahnstrecke nach Innsbruck, München und Nürnberg.
Im Jahr 2024 betrug die Pünktlichkeit im Fernverkehr 79,3 Prozent (2023: 81,0 Prozent) – der niedrigste Wert der letzten Jahre. Unter Berücksichtigung von spontanen Schienenersatzverkehre und Zugausfälle lag der Wert bei 75,7 Prozent.
Zum Bericht geht es hier: