Turbulenter Jahresstart: Lahmgelegte Flughäfen, Bahnausfälle und Fahrplanänderungen
von Katharina Muhr
Auch wenn Österreich bisher nur am Rande betroffen war, hielt der Jahresbeginn 2026 für Reisende in Europa eine ungewöhnlich harte Bewährungsprobe bereit: intensive Schneeestürme und extreme winterliche Bedingungen führten zu vielen Verkehrsausfällen. Flug- und Zugprobleme machten das Reisejahr gleich in der ersten Woche zur Herausforderung.
Winterchaos am Flughafen Amsterdam Schiphol – die apf informiert und hilft
Der niederländische Flughafen Amsterdam Schiphol, normalerweise einer der zuverlässigsten Verkehrsknotenpunkte Europas, wurde durch anhaltende Schneefälle, starken Wind und schwierige Enteisungsbedingungen zu einem Brennpunkt des Reisechaos:
- Schneefälle und eisige Temperaturen führten dazu, dass Start- und Landebahnen lange gesperrt waren und Flugzeuge vielfach nicht starten oder landen konnten.
- An mehreren Tagen wurden alle Flüge vorübergehend gestoppt – zeitweise war kein Flugverkehr möglich, weil Schnee die Start- und Landebahnen blockierte und Züge zum Flughafen aus Sicherheitsgründen nicht fuhren.
- Hunderte Flüge mussten abgesagt werden: An einem Tag wurden mehr als 700 Flugbewegungen als Folge der Wetterlage und der Kapazität der Flughafenarbeiten gestrichen.
- Die Airline KLM meldete Engpässe bei der Enteisungsflüssigkeit für Flugzeuge – eine erhebliche Belastung für den schon eingeschränkten Betrieb.
- Viele Reisende verbrachten Nächte in Flughafenterminals, warteten stundenlang oder wurden immer wieder vertröstet.
Das Ausmaß der Störungen spiegelt nicht nur ein akutes Wetterereignis wider, sondern auch, wie verwundbar internationale Luftverbindungen bei extremen Bedingungen werden – vor allem an einem der wichtigsten europäischen Luftfahrtknotenpunkte.
Tipp für betroffene Fluggäste: Prüfen Sie vor jeder Reise den aktuellen Status Ihres Fluges mit Ihrer Airline und erwägen Sie alternative Routen über nahegelegene Flughäfen oder Zugverbindungen. Extremwetterereignisse gelten in der Regel als außergewöhnliche Umstände, weshalb die Pflicht zur Ausgleichszahlung des Flugunternehmens entfällt. Dennoch haben Fluggäste Anspruch auf Unterstützungs- und Betreuungsleistungen wie Verpflegung und Hotelunterkünfte sowie auf Ersatzbeförderung oder Ticketkostenerstattung. Sollte das Flugunternehmen diese Leistungen nicht proaktiv anbieten und auch die Kontaktaufnahme mit der Airline erfolglos sein, hilft Ihnen die apf gerne weiter. Bewahren Sie in jedem Fall Rechnungen und Belege auf, falls Sie selbst für Unterkunft oder Verpflegung sorgen müssen.
Bahnausfälle und Fahrplanänderungen in Österreich
Auch in Österreich blieb der Schienenverkehr von diesem turbulenten Jahreswechsel durch notwendige Infrastrukturarbeiten nicht verschont. Aktuell gibt es bedeutende Streckensperren und Anpassungen im Streckennetz:
Sperre der Weststrecke Tirol (7.–29. Jänner 2026)
- Die Weststrecke zwischen Innsbruck Hauptbahnhof und Rum ist wegen des Neubaus der Rauchmühlbrücke komplett gesperrt.
- Diese Sperre betrifft sowohl Nah- als auch Fernverkehr und führt zu weitreichenden Zugumleitungen und Ersatzverkehren:
- Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Innsbruck Hbf und Hall in Tirol wird im 15-Minuten-Takt angeboten
- Fernverkehrszüge zwischen Wien – Innsbruck – Bregenz werden über den Inntal-Tunnel umgeleitet, was Reisezeiten um 30–50 Minuten verlängert.
- Einige internationale Verbindungen, etwa Nightjets, starten oder enden in Wörgl statt Innsbruck, ergänzt durch Schienenersatzverkehrsbusse.
Weitere planmäßige Änderungen und Bauarbeiten
- Auf der S80-Schnellbahnlinie in Wien haben umfangreiche Sanierungsarbeiten begonnen, die voraussichtlich bis Ende Februar andauern. Tagsüber verkehren an Werktagen keine Züge zwischen Wien Hauptbahnhof und Wien Aspern Nord, mit Ersatzangeboten des lokalen Verkehrsverbunds.
- Je nach konkreter Wetterlage sind in der gesamten Winterszeit jederzeit ÖBB-Winterdienstbemühungen in ganz Österreich möglich, um Schnee und Eis zu räumen – daher muss mit wetterbedingten Verspätungen und Einschränkungen jederzeit gerechnet, insbesondere bei starkem Schneefall.
Für Reisende bedeutet das: Planen Sie zusätzliche Zeit für Verbindungen ein, nutzen Sie Apps wie Scotty für aktuelle Verkehrsmeldungen und informieren Sie sich frühzeitig über Ersatzbusse oder alternative Routen.
Ihre Rechte
Ihre Rechte als Reisende: In solchen Situationen bestehen häufig Ansprüche auf Rückerstattung, Betreuungsleistungen oder alternative Beförderung. Die apf unterstützt Sie dabei, Ihre Fahrgastrechte geltend zu machen – auch bei Flug- oder Zugausfällen.